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Daten-PR: Mit eigenen Studien zur zitierten Quelle

Geschrieben von Veit Salentinig | 28. September 2026, 12:36:25 Z

Wie Unternehmen mit Umfragen und Studien zur zitierten Quelle werden und worauf es dabei ankommt

Das Wichtigste in Kürze

  • Datengetriebene PR macht Unternehmen vom Absender zur zitierten Quelle für Medien, Verbände und KI-Systeme.

  • Viele verwertbare Daten liegen bereits im Unternehmen, etwa im Kundenservice, in kommunizierbaren Kennzahlen oder in Mitarbeiterbefragungen.

  • Als Richtwerte für belastbare Studien gelten mindestens 250 Befragte bei internen Befragungen und mindestens 1.000 Befragte bei österreichweiten Auftragsstudien.

  • Die häufigsten Fehler sind eine fehlende Zielsetzung, mangelnde methodische Qualität und unrealistische Budgets.

  • Eine professionelle Daten-PR-Aktion kostet in der Regel zwischen 8.000 und 25.000 Euro.

Was ist datengetriebene PR?

Datengetriebene PR ist Pressearbeit, die auf eigenen, erhobenen oder ausgewerteten Daten eines Unternehmens beruht, etwa auf Umfragen, Studien oder internen Analysen. Ziel ist es, Redaktionen belastbare Fakten zu liefern, die eine Entwicklung greifbar machen, und das Unternehmen so als kompetente Quelle zu positionieren.

Der Unterschied zur klassischen Pressemitteilung liegt im Nachrichtenwert. Eine Meinung ist austauschbar, eine neue, belegbare Zahl nicht. Wer zeigen kann, wie sich Kundenverhalten, Branchenstimmung oder wirtschaftliche Effekte verändern, liefert einen überprüfbaren Aufhänger für Berichterstattung.

Warum wirken eigene Daten in der Pressearbeit so stark?

Eigene Daten wirken, weil Redaktionen Belege brauchen und exklusive Zahlen einen klaren Nachrichtenwert haben. Unternehmen, die solche Zahlen liefern, werden zitiert statt nur erwähnt. Dazu kommt ein zweiter Effekt: Gut aufbereitete Studiendaten werden auch von Fachverbänden, der Politik und zunehmend von KI-Antwortsystemen wie ChatGPT oder Perplexity aufgegriffen. Wer mit eigenen Daten in der öffentlichen Diskussion präsent ist, baut langfristig Themenführerschaft und Reputation auf. Wie Redaktionen heute mit PR-Inhalten arbeiten, zeigt unser Beitrag  Mehrwert: Was Redaktionen 2026 wirklich brauchen.

Welche Formate der Daten-PR gibt es?

Daten-PR reicht von der großen Auftragsstudie bis zur schlanken Auswertung vorhandener Unternehmensdaten. Welches Format passt, hängt von der gewünschten Aussage und ihrer Reichweite ab.

Format

Beispiel aus der Praxis

Aufwand

Geeignet für

Auftragsstudie

Volkswirtschaftlicher Nutzen von Sanierungen

hoch

Gesellschaftspolitische Debatten, Leitmedien

Kundenbefragung als Barometer

Einschätzung der Baukonjunktur

mittel

Wiederkehrende Medienanlässe, Fachmedien

Auswertung interner Daten

Analysen aus dem Kundenservice

gering

Schneller Einstieg, Service- und Verbraucherthemen

 

Welche Daten haben Unternehmen bereits im Haus?

Die meisten Unternehmen verfügen über drei ergiebige Datenquellen, ohne sie für die Kommunikation zu nutzen:

  • Kommunizierbare Unternehmenskennzahlen. Entwicklungen bei Absatz, Nachfrage oder Marktanteilen können erzählenswert sein. Gewinnzahlen werden dagegen häufig bewusst nicht veröffentlicht.

  • Daten aus dem Kundenservice. Zufriedenheitswerte, Reaktionszeiten, häufige Anliegen und saisonale Muster zeigen, was Kundinnen und Kunden bewegt.

  • Meinungen von Mitarbeitenden. Einschätzungen von Fachkräften sind dann relevant, wenn sie ein Thema von öffentlichem Interesse betreffen, etwa die Zukunft eines Berufsfelds.

Ab wann ist eine Studie methodisch belastbar?

Eine Studie ist belastbar, wenn Stichprobe und Methodik zur Reichweite der Aussage passen. Je allgemeiner die Aussage, desto größer muss die Stichprobe sein.

Studientyp

Richtwert Stichprobe

Interne Befragung

mindestens 250 Befragte

Auftragsstudie mit Aussagen für ganz Österreich

mindestens 1.000 Befragte

 

Den größten Erkenntniswert liefert die Kombination aus quantitativer und qualitativer Forschung. Die Zahlen zeigen, was sich verändert. Die qualitative Auswertung erklärt, warum.

Welche Fehler sollten Unternehmen bei Studien-PR vermeiden?

Studien-PR scheitert meist an einem von drei Fehlern:

  • Fehlende Zielsetzung. Vor der ersten Frage muss klar sein, warum es die Studie braucht und welches Narrativ sie stützen soll.

  • Mangelnde methodische Qualität. Eine zu kleine Stichprobe, eine unsaubere Methodik oder eine fehlende qualitative Auswertung machen die Ergebnisse angreifbar und schaden im Zweifel der Reputation.

  • Unrealistische Budgetvorstellungen. Konzeption, Fragebogen, Feldphase, Auswertung, Aufbereitung und Medienarbeit sind jeweils eigene Arbeitsschritte. 

Was kostet eine Daten-PR-Aktion?

Eine professionelle Daten-PR-Aktion kostet in der Regel zwischen 8.000 und 25.000 Euro. Der konkrete Betrag hängt von der Tragweite der gewünschten Aussage, der Zahl der Befragten, der Unternehmensgröße und der Anzahl der Sprachen ab. Eine gute Studie liefert Inhalte für Pressearbeit, Social Media, Vorträge, Kundengespräche und Fachartikel, oft über viele Monate.

Wie läuft ein Daten PR-Projekt ab?

  1. Ziel und Narrativ festlegen: Welche Botschaft soll die Studie stützen?
  2. Datencheck: Welche Daten sind bereits vorhanden, welche müssen erhoben werden?
  3. Methodik und Fragebogen: Stichprobe, Zielgruppe, quantitative und qualitative Elemente.
  4. Feldphase und Auswertung: Erhebung, Analyse und Interpretation der Ergebnisse.
  5. Aufbereitung: Kernaussagen, Grafiken, Pressemitteilung und Zitate.
  6. Medienarbeit und Verwertung: Pitching an Redaktionen, danach Einsatz auf eigenen Kanälen.

Häufige Fragen zur Daten-PR:

Wie viele Befragte braucht eine Studie mit Aussagen für ganz Österreich?
Für österreichweite Aussagen sollten mindestens 1.000 Personen befragt werden, damit die Stichprobe aussagekräftig ist.

Wie groß sollte eine interne Befragung sein?
Als Richtwert gelten mindestens 250 Teilnehmende.

Was kostet eine Studie für PR-Zwecke?
Eine professionell umgesetzte Daten-PR-Aktion liegt meist zwischen 8.000 und 25.000 Euro, abhängig von Umfang, Stichprobe, Unternehmensgröße und Sprachen.

Muss eine Studie immer extern beauftragt werden?
Nein. Auswertungen aus dem Kundenservice oder kommunizierbare Unternehmenszahlen sind ein guter und kostengünstiger Einstieg.

Warum sollten quantitative und qualitative Methoden kombiniert werden?
Quantitative Daten zeigen, was sich verändert. Qualitative Ergebnisse erklären die Gründe und machen daraus eine erzählbare Geschichte.

Fazit für die Praxis:

Datengetriebene PR ist eine der wirksamsten Methoden, um vom Absender zur zitierten Quelle zu werden. Am Anfang steht das Ziel und das Narrativ, nicht der Fragebogen. Die Methodik muss belastbar sein, mit mindestens 250 Befragten intern und mindestens 1.000 Befragten für österreichweite Aussagen, idealerweise quantitativ und qualitativ kombiniert. Und vor jeder externen Studie lohnt der Blick auf die Daten, die im Unternehmen bereits vorhanden sind.

Was plenos für Sie tun kann?

plenos begleitet Unternehmen von der ersten Idee bis zur Berichterstattung: bei der Entwicklung des Narrativs, bei der Konzeption und Umsetzung von Studien, bei der Auswertung vorhandener Unternehmensdaten und bei der medienwirksamen Aufbereitung für Presse, Social Media und Ihre eigenen Kanäle. Unser Netzwerk in Redaktionen der DACH-Region sorgt dafür, dass Ihre Zahlen dort ankommen, wo sie Wirkung entfalten.


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