PR-formance Blog

... auf den Geschmack gekommen? Bei akutem Wissenshunger sind Sie hier genau richtig: In unserem Blog finden Sie wertvolle Informationen rund um aktuelle Trends und Themen der modernen Kommunikationsarbeit.
Alle Beiträge

10 Employer Branding Tipps: Wie Sie die Generation Z als Arbeitgeber besser erreichen.

Vor kurzem war ich auf einer interessanten Veranstaltung. Ein sehr junger und frecher Berater erklärte einer durchschnittlich 50+ alten, konservativen Verkaufsmannschaft, dass sie die letzte (aussterbende!) Generation sind, die soziale Medien für Raketentechnik halten und die noch eine Arbeitswelt ohne Handy kannten. Genau diese Altersgruppe sei es, die behaupten, die Jungen von heute seien Nerds, gingen nie an die frische Luft und hätten keine Freunde mehr, weil nur noch auf Facebook geliked wird. Der klassische „Clash of Generations“?

Im gehobenen Marketing braucht alles zunächst einen guten Namen: kaum hat man sich an X und Y gewöhnt, kommt auch schon die nächste, die Generation Z:
Geboren ab 1995 ist sie die erste Generation, die nicht digital sozialisiert wurde, sondern von der Geburt an voll in der digitalen Welt lebt. Es handelt sich vorwiegend um gut ausgebildete, finanziell gut ausgestattete urbane junge Menschen, die ihr Leben über mobile Technologien steuern, sich offen und ohne Einschränkung über soziale Netzwerke austauschen und denen Wissen und individuelle Selbstverwirklichung wichtiger ist, als die Karriere ihrer Eltern im Hamsterrad.

Was also tun, um diese junge Generation als attraktiver Arbeitgeber für sich zu gewinnen?

 

WIR HABEN 10 PUNKTE FÜR SIE IDENTIFIZIERT

 

1. Das Selbstbild der Digital Natives

Der wesentliche Unterschied zur vorhergehenden Generation Y, die mit den digitalen Techniken sozusagen „sozialisiert“ wurden, ist das Selbstverständnis im Umgang mit Tablets, Smartphones und Apps von Kindesbeinen an. So wie der Viertelanschluss des Schnurtelefons für unsere Eltern ganz normal war, ist es heute ein Smartphone mit Wischbildschirm. Die digitale Welt ist keine Parallelwelt, in die man hin und wieder eintaucht, und sie ist auch keine „Rocket Science“. Sie war schon immer da. Die Vision vom implantierten Chip verliert so seine Bedrohlichkeit, das Leben wird mit dem Smartphone organisiert und gesteuert, man exhibitioniert sich ungeniert in der Gewissheit, dass alle so ticken. So werden die Fotos von der wilden Party letzten Samstag eher als Zeichen eines intakten Soziallebens gesehen und nicht als Blöße vor dem Chef. Der kriegt ohnehin bald keine anderen Mitarbeiter mehr.

 

2. „Besser werden“ als Kernmotivation

Anerkennung von Bildungseinrichtungen oder materieller Wohlstand sind den Jungen erstmal egal. Wichtig ist „immer noch ein bisschen besser zu werden“. Differenzierung über die eigene Expertise ist ein Lebensmotiv der Generation Z und was dem zuträglich ist, bekommt die volle Aufmerksamkeit - der Rest wird ausnahmslos zur Seite gelegt.

 

3. „Wissen, wenn man es braucht“ statt starrer Lehrpläne

Durch die schnelle und abrufbare Verfügbarkeit von Wissen verlieren Lehrer erstmal ihren Status als Wissensexporteure. Dies gilt im Übrigen für alle Wissensberufe. Der Autodidakt gewinnt an Bedeutung und das Smartphone als Spikzettel mit Copy&Paste als Kulturtechnik dominiert das Schulwesen. Die neue Generation fordert Wissen, wenn man es braucht und nicht weil man es aneignen muss.

 

4. Autorität durch Erfahrung und Expertise

Respekt beruht nicht mehr auf Macht und Status, sondern auf Kompetenz und Erfahrung. Wer mit natürlicher, erfahrungsbasierter Autorität das „beste aus den jungen Menschen“ herauskitzelt, wird akzeptiert.

 

5. Raus aus dem Hamsterrad der Eltern

Das Rollenmodell des karriereorientierten Vertreters der Leistungsgesellschaft wurde bereits von der Generation Y angeknabbert, von der neuen Generation aber endgültig vom Thron gestoßen.  „Ihr beißt die Zähne zusammen im Hamsterrad, steht morgens auf und kommt burnt-out nach Hause!“, könnte die Devise lauten. Wenn viele auch noch nicht in der wirtschaftlichen Realität angekommen sind (Hotel Mama), so sucht die junge Generation vermehrt nach „sinnstiftenden Tätigkeiten“ und wollen etwas bewegen.

 

6. Pantha rei – alles fließt.

Die frommen Tugenden wie Pünktlichkeit, Ordnung und Struktur werden als vorsintflutlich und der Zeit der Dampfmaschine zugeordnet. Genaue Terminvorgaben werden belächelt, weil: alles fließt und ein starres Leben keine Option mehr ist. Eine Arbeitswelt, wie eine Facebook-Party: Wer kommt, ist da und bringt was zum Essen mit. Man mag lächeln, aber auf Gymnasien funktioniert das schon.

 

7. Be real or go home

Durch die umfassenden Möglichkeiten der Informationsbeschaffung im Internet in Kombination mit dem routinierten Umgang mit Suchmaschinen entlarven die jungen digital natives Marketingverpackungen und Versprechen sofort. Wird eine Marketinglüge aufgedeckt, so verbreitet sie sich rasend schnell – der klassische Shitstorm eben. Be true lautet das Motto – sei authentisch und glaubwürdig, wir finden es ohnehin heraus. Arbeitgeber sollten auf Mensch-zu-Mensch-Dialog setzen und keine 0815-Antworten in standardisierten Mails verwenden. Das setzt sofort Minuspunkte auf Kununu.

 

8. Netzwerke

Digital Immigrants halten soziale Plattformen für eine moderne Sache. Die Gen Y spielt vielleicht noch mit. Die Gen Z macht einen weiten Bogen um „Leute, die ihr Geschäft auf Xing anbiedern müssen“. Mit ihrem natürlich gewachsenen Freundeskreis und ihrer verinnerlichten Bereitschaft zur Zusammenarbeit verfügt sie über ein gewaltiges Netzwerk – und ist nicht so naiv, „Friends“ mit echten Freunden zu verwechseln. 

 

9. Arbeit vom Privaten trennen

Die Vorgängergeneration Y war noch mit dem Work/Private Blending mit dem Wunsch nach angemessener Balance beschäftigt. Bei der Generation Z hat hier ein Sinneswandel stattgefunden. Frei nach dem Motto „Schnaps ist Schnaps“ wird Privates und Berufliches strikt getrennt. Kein Firmenhandy zur Privatnutzung mehr und keine Home-Office als Incentive. Die Privatspähre wird klar geschützt.

 

10. I want my own desk

Während die Generation Y noch die Vorteile des open space office genießen durfte wünschen sich die neuen Mitarbeiter ein klaren, abgrenzbaren Arbeitsbereich. Eigener Schreibtisch in einem Büro. So gegensätzlich sich das zur sonstigen flexiblen Arbeitsgestaltung (z.b. Arbeitszeit) anhören mag, die neuen Mitarbeiter suchen Sicherheit und eigene Räume.

 

Der Plenos Praxis-Tipp:

  • Wie aktiv und glaubwürdig sind Sie als Arbeitgeber online positioniert? Findet man Sie in den relevanten sozialen Netzwerken und habe Sie eine attraktive Botschaft?
  • Sind Ihre Arbeitszeitmodelle flexibel und dürfen sich Mitarbeiter ihre Zeit selbst einteilen?
  • Wie flach sind Ihre Hierarchien und wie hoch ist der Verantwortungs- und Mitbestimmungsgrad der Mitarbeiter?
  • Wie selbstverständlich gehen Sie als Unternehmen mit modernen Kommunikationsformen um? Haben Sie eine Sperre für soziale Medien installiert und gibt es Handys nur fürs Management... dann wird es Zeit umzudenken.
  • Fördern Sie Ihre Mitarbeiter mit gezielten Trainings, die auf Ihre Interessen und Talente abgestimmt sind? 

Wir beschäftigen uns intensiv mit dem Thema Employer BrandingVon der Analyse und Beratung der Bereiche Recruiting, Mitarbeiterzufriedenheit und Bindung bis hin zur Entwicklung von zeit- und zielgruppengemäßen Rekrutierungskampagnen, bieten wir ihnen ganzheitliche Beratung zum Thema Arbeitgebermarke und machen ihr Unternehmen fit für den „War for Talents“.

Interessiert? Wir freuen uns Sie kennenzulernen. Schreiben Sie uns eine Mail an office@plenos.at und wir nehmen unverbindlich mit Ihnen Kontakt auf.

Ähnliche Beiträge

Das Whitepaper – wie Sie Ihr Expertenwissen aufs weiße Papier bringen

Ein weißes, unbeschriebenes Blatt Papier? Damit hat das Whitepaper trotz Namensgleichheit rein gar nichts zu tun. Hinter dem Begriff verbirgt sich vielmehr ein wertvolles PR-Tool, das – richtig eingesetzt – neue Kundenkontakte generiert sowie Glaubwürdigkeit und Vertrauen für das eigene Unternehmen schafft. Seinen Ursprung hat das Whitepaper in der Politik. Als Weißbuch werden kompakt zusammengefasste Grundlagendokumente bezeichnet, die politische Positionen argumentieren, bestimmte Problemfelder beschreiben oder konkrete Maßnahmen und Handlungsschritte vorschlagen. In die Sprache der PR übersetzt, bedeuten Whitepaper vor allem eines: Content! User:innen durchforsten das Internet auf der Suche nach Lösungen zu einem ihnen wichtigen Anliegen. Dabei stoßen sie auf Ihr Whitepaper, das auf Ihrer Website als Gated Content – also hinter einer Zugangsschranke platziert – zum Download bereitsteht. Ziel ist es, so viel Know-how und Expertise in die Unterlagen zu packen, dass potenzielle Kunden bereit sind, für den Download mit ihren Kontaktdaten zu „bezahlen“.

10 Employer Branding Tipps: Wie Sie die Generation Z als Arbeitgeber besser erreichen.

Vor kurzem war ich auf einer interessanten Veranstaltung. Ein sehr junger und frecher Berater erklärte einer durchschnittlich 50+ alten, konservativen Verkaufsmannschaft, dass sie die letzte (aussterbende!) Generation sind, die soziale Medien für Raketentechnik halten und die noch eine Arbeitswelt ohne Handy kannten. Genau diese Altersgruppe sei es, die behaupten, die Jungen von heute seien Nerds, gingen nie an die frische Luft und hätten keine Freunde mehr, weil nur noch auf Facebook geliked wird. Der klassische „Clash of Generations“?

PR im Wandel: Chancen und Risiken in der neuen Informationswelt

Die klassischen Medien waren jahrelang in einer Krise. Online-Portale und Social Media haben zu sinkenden Auflage- und Mitarbeiterzahlen geführt. Doch Not macht erfinderisch: Zeitungen und Zeitschriften sind in die digitale Welt vorgedrungen und existieren dort neben den alternativen Informationsquellen. Das beeinflusst auch die PR-Arbeit. In welcher Form? Wir haben für den plenos-Blog nachgeforscht und Antworten gefunden.